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Eine Ausstellung von 30/03 bis 27/8/06
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Arno Schmidt
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Es ist an der Zeit , Arno Schmidt (1914–1979) als den wahrzunehmen, der er seinen Lesern seit langem ist: der sprach- und bildmächtigste, innovativste, provokativste und zugleich humorvollste Autor der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit. Dass Schmidt seine Literatur von ganz entgegengesetzten literarischen Größen herleitete, dass sich in ihr Liebe und Logarithmen, Psychoanalyse und Alchemie zu einer eigenen Mischung verbinden: das machte seinen Zeitgenossen die Einordnung dieses laut Günter Grass so »ansteckenden« Autors in die üblichen literarischen Richtungen schwer. Aber nicht zuletzt diese Mélange ist es, die Schmidts Werk heute einzigartig und interessant macht.

Die große Sonderausstellung »Arno Schmidt?- Allerdings!« der Arno Schmidt Stiftung im Schiller-Nationalmuseum geht den Schreibweisen des großen, der Tradition wie der Avantgarde verpflichteten Autors nach. Sie zeigt Schmidt als obsessiven Beobachter und als Analytiker des eigenen Sehens; als Autor, der bewusst »für’s Auge« schrieb und als reflektierenden Geist, der nicht nur für sein Leben, sondern auch für seine Literatur »Berechnungen« anstellte.

Die materialreiche Ausstellung präsentiert Erstausgaben, Manuskripte und Typoskripte, Bildsammlungen, Fotografien und Kartenzeichnungen des Autors, persönliche Gegenstände und die bekannten Zettelkästen; zugleich nutzt sie inszenierte Räume und Medieninstallationen, um die Welt des Schriftstellers und zentrale Themen seines Werks lebendig werden zu lassen. In zehn Abteilungen, die sich über die gesamte Beletage des Schiller-Nationalmuseums erstrecken, werden die unterschiedlichsten Schlaglichter auf den Schriftsteller und sein Werk geworfen: Schmidt erscheint als Wort- und Formkünstler, als Landschaftsfotograf und Kartograf, als Liebhaber alter Bücher und politisch-bitterer Kommentator des Weltenlaufs; als Schriftsteller, der an der Schilderung der Lust ebenso viel Lust hat wie am »Ich-Sagen«. Die biographische Abteilung zeigt, wie schon zu Lebzeiten der Mythos des »großen Einsamen« entstand, der, zurückgezogen von der Außenwelt, im Heidedorf Bargfeld sein Leben ganz der künstlerischen Arbeit unterwarf und es untrennbar mit seinem Werk verknüpfte. Mit Wortwitz und Einfallsreichtum schrieb Schmidt seit der Nachkriegszeit gegen die bestehenden Verhältnisse an, verweigerte den Konsens mit der Restaurationsgesellschaft. Sein erzählerisches Werk von Leviathan (1949) über Zettel’s Traum (1970) bis zu Abend mit Goldrand (1974) zeugt ebenso von diesem Widerstand wie die Dialoge, Essays und theoretischen Schriften.

»Ein toller Knabe. Zuerst denkt man: Blödsinn. Dann ärgert man sich. Ein Mann offenbar, der sich für ein Genie hält und sich so gebärdet. Man liest weiter. Man ist entzückt, man ist ergriffen. Dann kommen wieder Snobismen. Dann herrliche Bilder. Expressionismus mit drei Ausrufungszeichen«, schreibt Walter Jens 1951 über Arno Schmidt. Unvertrauten Besuchern will die Ausstellung eine Einführung in die Welt des Autors anbieten; Kenner entdecken durch die ungewohnte Inszenierung Unerwartetes und Überraschendes an Person und Werk.

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